FRISCHE Kirschen
Am Hof Standl: Mi. 8-12 Uhr
Am Bauernmarkt Gleisdorf: Mi. 10-15 Uhr und Sa. 6:30-11 Uhr
Am Bauernmarkt Graz-Seiersberg: Fr. 12-17 Uhr
Am Bauernmarkt Graz-Liebenau: Fr. 12-17 Uhr
Kirschenanbau in der Steiermark
Kirschen 239 Tonnen auf 120 Hektar (in Österreich zum Vergleich 1.440 t Ernte auf 271 ha Fläche, 17 % der Gesamtmenge aus Stmk., trotz rund 44 % der Fläche, in 2021 ein Folge der massiven Spätfrostereignisse)
Weichseln 38 Tonnen auf 10 Hektar (in Öterreich zum Vergleich 116 t auf 21 ha Fläche)
Ergebnisse der Ernte von Erwerbsobst, Statistik Austria 2021
190 Betriebe auf 171,62 ha (in Ö 533 Betriebe auf 376,55 ha
Davon aus kontrolliert biologischem Anbau: 49 Betriebe auf 10,83 Hektar, das entspricht 6% der Gesamtfläche
Statistik Austria, Erhebung der Erwerbsobstbauern 2017
Wichtigste Sorte in der Steiermark ist ‚Kordia‘
Der Erntezeitpunkt wird in Kirschwochen angegeben und beginnt je nach Region unterschiedlich
Süßkirschen in der Steiermark oft von Spätfrösten gefährdet
Frische Kirschen haben einen grünen Stängel und schönen Glanz
Es gibt nicht nur rote, sondern auch gelbe Kirschen
🍒 Die Geschichte der Kirschen in der Steiermark – eine Reise durch Zeit und Landschaft
Stell dir einen warmen Frühsommertag vor. Über den sanften Hügeln der Oststeiermark liegt der Duft von blühenden Obstgärten, Bienen summen zwischen weißen Kirschblüten, und in der Ferne leuchten die roten Früchte in der Sonne. Diese Szene begleitet die Steiermark schon seit vielen Jahrhunderten.
Von den Römern bis zu den Bauernhöfen
Bereits die Römer brachten veredelte Obstbäume nach Mitteleuropa. In der Steiermark wurden Obstgärten schon sehr früh angelegt, und erste urkundliche Hinweise auf steirische Obstgärten stammen aus dem Jahr 1074.
Damals standen Kirschbäume nicht in großen Plantagen, sondern neben Bauernhäusern, entlang von Wegen und auf Wiesen. Sie spendeten Schatten, lieferten Früchte für den Sommer und Holz für Möbel und Werkzeuge.
Warum die Steiermark?
Die Steiermark bietet Kirschen fast perfekte Bedingungen:
sonnige Tage,
kühle Nächte,
fruchtbare Böden,
und hügelige Landschaften, in denen kalte Luft abfließen kann.
Dadurch entwickeln die Früchte besonders viel Aroma und eine ausgewogene Süße. Besonders die Regionen rund um Weiz, Gleisdorf, Puch und Hartberg sind bis heute für ihren Obstbau bekannt.
Die Kirschen als Zeichen des Sommers
Früher warteten Kinder ungeduldig auf die ersten reifen Kirschen. Es hieß oft:
"Sind die Kirschen rot, ist der Sommer da."
Die Ernte war ein kleines Familienfest. Alle halfen mit – Großeltern auf der Leiter, Eltern mit Körben und Kinder, die meist mehr Kirschen aßen als pflückten. Nicht selten blieb ein Teil der Ernte für die Vögel, weshalb man glänzende Bänder oder kleine Glocken in die Bäume hängte.
Mehr als nur frisches Obst
In der steirischen Küche wurden Kirschen vielseitig verarbeitet:
Kirschstrudel
Kirschknödel
Kompott
Marmelade
Saft und Sirup
Edelbrände und Liköre
Viele Familien besitzen bis heute ihre eigenen Rezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Moderne Obstkultur
Heute ist die Steiermark das Obstland Nummer eins Österreichs. Rund 1.600 Obstbaubetriebe bewirtschaften die Anlagen, wobei Kirschen zwar eine kleinere Fläche als Äpfel einnehmen, aber wegen ihrer Qualität sehr geschätzt werden. Moderne Hagelnetze, Bewässerungssysteme und sorgfältige Sortenauswahl sorgen dafür, dass die Früchte trotz wechselnden Wetters höchste Qualität erreichen.
Eine steirische Besonderheit
Viele Menschen verbinden die Steiermark vor allem mit Äpfeln. Doch wer einmal Ende Juni durch die Oststeiermark fährt, sieht ganze Hänge voller dunkelroter Kirschen. Für Einheimische beginnt damit die Zeit des Naschens direkt vom Baum, der Bauernmärkte und der ersten selbst gebackenen Kirschkuchen – ein kleines, jedes Jahr wiederkehrendes Zeichen dafür, dass der Sommer endgültig angekommen ist.